Unterricht in Laut- und Gebärdensprache

Im Sommer 2014 ist an der Stadtteilschule Hamburg-Mitte das Pilotprojekt „Inklusion gehörloser Schülerinnen und Schüler in der Gymnasialen Oberstufe“ in enger Zusammenarbeit mit der Elbschule gestartet.

An der Stadtteilschule Hamburg-Mitte bezog sich die Inklusion bisher auf hörgeschädigte Schülerinnen und Schüler, die überwiegend über die Lautsprache kommunizieren. Um einen inklusiven und bilingualen Unterricht für gehörlose und hörende Schülerinnen und Schüler anbieten zu können, kooperieren wir mit dem Bildungszentrum Hören und Kommunikation, der Elbschule.

Mit einer hohen Stundenanzahl arbeiten GehörlosenpädagogInnen der Elbschule in allen bilingualen Kursen mit den FachlehrerInnen im Team zusammen.
Alle Gesprächsinhalte werden gedolmetscht, wodurch die Teilnahme aller SchülerInnen am Unterricht überhaupt erst ermöglicht wird.
Zudem wird durch die gehörlosenpädagogische Expertise gewährleistet, dass die Gestaltung des Unterrichtes sowohl didaktisch wie auch methodisch auf die Bedürfnisse der Lerngruppe zugeschnitten wird.
Zusätzlich wird ein zweistündiges Tutorium angeboten, in dem die gehörlosen SchülerInnen Unterrichtsinhalte nacharbeiten und Fragen oder Probleme besprechen können. Den gehörlosen SchülerInnen wird ein zweistündiger Gebärdensprachunterricht erteilt.

Aber auch alle anderen Schülerinnen und Schüler unserer Schule können Kurse im Bereich der deutschen Gebärdensprache im Neigungskursbereich belegen. Zusätzlich nehmen auch zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer aus unserem Kollegium am Fortbildungsangebot „DGS“ für Lehrkräfte und Schulpersonal teil.


Kurzvorstellung des Konzepts „Inklusion und Unterstützung mit GehörlosenpädagogInnen“ in Kooperation mit der Elbschule:

Dieses Modell sieht in allen Unterrichtsstunden den Einsatz von GehörlosenpädagogInnen der Elbschule vor. Der Einsatz von GebärdensprachdolmetscherInnen ist nur für bestimmte Situationen vorgesehen und wird nach Bedarf hinzugebucht. Ihr Einsatz beschränkt sich auf außerunterrichtliche Veranstaltungen und die Unterstützung bei Referaten, die von den gehörlosen Schülerinnen und Schüler gehalten werden.

Der große Vorteil dieses Modells besteht darin, dass die Lehrkräfte der Elbschule als „Dolmetscher mit didaktischem Hintergrund“ eingesetzt werden.
Die GehörlosenpädagogInnen ermöglichen zum einen den gemeinsamen Unterricht mit hörenden SchülerInnen sowohl durch die Übersetzung lautsprachlicher Inhalte in die deutsche Gebärdensprache als auch durch die Übersetzung gebärdensprachlicher Inhalte in die deutsche Lautsprache, zum anderen achten sie auch allgemein auf die Kommunikationsbedürfnisse der gehörlosen SchülerInnen.

Sie beraten die unterrichtende Lehrkraft und planen und gestalten in enger Teamarbeit (ggf. im Teamteaching) den Unterricht. Dabei achten sie auf günstige Kommunikationsbedingungen, abwechslungsreiche Methoden und eine ansprechende Visualisierung von Unterrichtsinhalten.

Des Weiteren fördert das multiprofessionelle Team das soziale Miteinander der hörenden, hörgeschädigten und gehörlosen Schülerinnen und Schüler und sorgt für Gelegenheiten, einander zu begegnen und miteinander in Kontakt zu treten. Hierzu dienen inklusive Unterrichtsformen, durch die alle miteinander arbeiten und möglichst selbständig gemeinsam lernen können.

Für die Lehrkräfte steht neben der Zeit für die unterrichtliche Zusammenarbeit im Team zusätzlich eine Stunde für außerunterrichtliche Beratung zur Verfügung.


Bei Interesse am bilingualen Unterricht an unserer Schule können Sie uns gerne besuchen und in einem entsprechenden Kurs hospitieren.